PSM (Pistolet samosarjadnij malogabaritnij)

PSM (Pistolet samosarjadnij malogabaritnij)

Die Selbstladepistolen des ehemaligen Ostblocks verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit. Alleine durch die schiere Masse der gefertigten Exemplare  ist eine Betrachtung nicht nur interessant, sondern auch auf die nächsten Jahrzehnte sinnvoll und logisch. Heute wollen wir uns der Selbstladepistole PSM (Pistolet samosarjadnij malogabaritnij) was nichts anderes als Kleine Selbstladepistole bedeutet zuwenden. Der Name ist auf jeden Fall Programm, handelt es sich doch bei der PSM um eine klassische Taschenpistole. Spannend ist in diesem Zusammenhang die Entstehung Ende der 70er Jahre. In der damaligen Sowjetunion gab es natürlich keinen Zivilmarkt für solch ein Erzeugnis und die Zielgruppen waren neben Kräften des Innenministeriums Kader der Kommunistischen Partei und hohe Offiziere, welche Wert auf eine diskret zu führende Faustfeuerwaffe legten, diese aber eher als Statussymbol den als tatsächliche Waffe ansahen. Diese Sicht auf die PSM erfuhr mit den immer komplexeren Präsentboxen und zunehmend aufwendig ausgeführten Gravuren Ende der 80er Jahr ihren Höhepunkt.

PSM in Präsentboxen.

Die vorliegende, schlicht ausgeführte Serienwaffe aus der Fertigung in Ischewsk ist mit einer der angesprochenen Präsentkiste versehen. Diese nahm neben einem Ersatzmagazin und der Pistole noch ein kleines Päckchen Munition auf. Das Konstruktionskollektiv bei Ischmech reduzierte die PSM in allen Dimensionen auf das absolute Minimum. Die äußerst schmale 5,45x18mm Patrone und die Ausführung mit einem einreihigen Magazin erlaubte dabei eine überraschend schlanke Bauweise. So ist die Pistole an der breitesten Stelle, der Sicherung gerade einmal 21mm breit. Ansonsten ist an der Pistole nichts Revolutionäres zu erkennen. Die PSM ist ausgeführt als Rückstoßlader mit klassischem Feder-Masse Verschluss, quasi eine verkleinerte und an das Kaliber angepasste Makarov. Wer diese oder ihren Urvater, die Walther PP kennt, wird sich mit der PSM ebenfalls schnell zurecht finden. Bedienung und das Zerlegen und Zusammensetzen sind analog. Verschluss und Lauf sind selbstverständlich aus Stahl gefertigt. Beim Griffstück bediente man sich allerdings eines Leichtmetalls.

Im Schuss überrascht die PSM durch eine gute Handlage, trotz der kleinen Bemaßung. Der Rückstoß wirkt bei den leichten Geschossen eher wie eine stramm geladene .22lfb und der starre Lauf produziert zuweilen eine bemerkenswerte Präzision.

PSM im zerlegten Zustand

Die kleine Pistole ist trotz ihrer bescheidenen, terminalballistischen Leistung seit 2008 in Deutschland verboten. Grund hierfür ist die hohe Durchschlagsleistung der 5,45x18mm Munition bei Aramid Weichköperschutz im Nahbereich. Entworfen wurde die Patrone, wie fast alle bekannten Patronen der Nachkriegszeit der Sowjetunion im 1944 gegründeten Zentralen Forschungsinstitut für Präzisionsmechanik (TsNIITochMash) in Klimovsk. Die hohe Durchschlagsleistung wird, ähnlich wie bei der Tokarev Patrone, durch eine Auslegung als Flaschenhalspatrone erzielt. Dabei verjüngt sich die Hülse von 6mm auf 5,8mm. Die wahlweise als Blei- oder Stahlkern ausgeführten Geschosse haben eine äußerst geringe E0 von um die 120J, je nach Laborierung.

Durch das Verbot in der Bundesrepublik ist die PSM nur noch in wenigen Behördensammlungen anzutreffen. Die geringe ballistische Leistung hat einen kommerziellen Erfolg nach dem Ende der Sowjetunion nicht gerade positiv beeinflusst. Dennoch ist die Pistole in großen Stückzahlen gefertigt worden und in zahlreichen Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion bis heute in Nutzung.

Technische Daten:

Gewicht: 472g (ungeladen)

Lauflänge: 85mm

Gesamtlänge: 155mm

Gesamthöhe: 106mm

Kaliber: 5,45x18mm

Verschlussprinzip:  Feder-Masseverschluss

Magazinkapazität: 8 Patronen

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