FFV 9x19mm

FFV 9x19mm

Die vorliegende Patrone ist wegen Ihrer Verpackung und Herstellungs- sowie Verwendungsgeschichte interessant, wenn auch die dänische Ordonanzpatrone im Kaliber 9x19mm auf den ersten Blick als nichts Besonderes erscheint. Der Herstellercode FFV lässt keinen Zweifel zu, die Patrone wurde bei Förenede Fabriksverken in Karlsborg, Schweden hergestellt.

Auch wenn Dänemark mit dem „Ammunitionsarsenalet (AMA) Frederikshavn“ seit 1676 über eine eigene Munitionsfertigung verfügte, dominierten in vielen Bereichen Importe aus Ländern wie Schweden, Israel, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland das Bild der Handwaffenmunition unseres nördlichen Nachbarn über Jahrzehnte.

Die Bezeichnung „SKARP“ bedeutet sowohl auf Dänisch als auch auf Schwedisch „scharf“ und sollte den Unterschied zu Manöver- und Exerziermunition verdeutlichen. Viel interessanter ist allerdings der einschränkende Hinweis auf der Rückseite, dass diese Munition auf keinen Fall aus eine P08, einer Browning Highpower oder einer Walther P38 zu verschießen sei. Alle drei Waffensysteme wurden teilweise bis Anfang der 90er Jahre noch bei der Dänischen Heimwehr verwendet, sodass der Warnhinweis begründet war.

Die Frage ist nur warum genau? Vermutlich bot diese laut Losnummer 1989 gefertigte Patrone einen deutlich zu hohen Gasdruck für die betagten Waffen der Heimwehr. Spinnt man diesen Faden weiter und berücksichtig den Hersteller, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um eine Variante der Schwedischen m/39B Patrone handelt, welche für Maschinenpistolen entworfen wurde und mit seiner beachtlichen Geschossmantelstärke deutlich erhöhte Gasdrücke und Laufabnutzungen produzierte. Unsere Nachfrage bei der Dänischen Heimwehr wurde enthusiastisch aufgenommen, aber auch dort verblassen langsam die Erinnerungen und es ist kaum noch jemand zu greifen, der diese Munition noch im Dienst verschossen hat. Man konnte uns nur bestätigen, dass diese Sorte von Munition seit Mitte der 90er nicht mehr versorgt wurde, allerdings aus der Madsen M/53 Maschinenpistole hervorragende ballistische Leistung bot, was unseren Verdacht bezüglich der m/39B stützt.

Was bleibt, ist ein interessantes Stück Dienstpatronengeschichte und die eine oder andere Frage, welche auf Beantwortung wartet.

Technische Daten:

Die Patrone entspricht in den Abmessungen den Toleranzen für 9x19mm NATO. Sämtliche anderen Daten sind unbekannt. Wir freuen usn über Feedback und Hinweise auf info@advanced-fieldsports.de

 

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.