Patrone 10,6 × 25 mm R

Patrone 10,6 × 25 mm R

Die hier vorgestellte Patrone gehört eher in die Kategorie „Goldstaub“, ist aber dennoch Dienstwaffenmunition und sozusagen die erste, einheitlich Deutsche zugleich. Über den Reichsrevolver M1879 und seinen Nachfolger, den deutlich kompakteren M1883, wurde schon viel geschrieben. Diese bei Einführung bereits veraltete Waffe erwies sich dennoch als überraschend langlebig. Die passenden 10,6 × 25 mm R Patronen werden allerdings seit 1939 nicht mehr kommerziell hergestellt und es ist auch sonst wenig über sie bekannt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert bedienten sich die Konstrukteure des damals Kommissionsrevolver genannt Systems bei einem bewährten Entwurf. Vom Revolver Smith & Wessen No3 übernahm man allerdings nur Teilaspekte, wie die Munition, welche als .44 Russian Bekanntheit erlangte.

Verpackt wurden die  10,6 × 25 mm R Patronen in Blechkisten zu je 25 Stück.

Hatte man den komplizierten und zeitaufwändigen Ladevorgang abgeschlossen, so standen 6 Patronen mit einem beachtlichen Geschossgewicht zur Verfügung. Die Vollbleigeschoße ohne Mantel wurden von einer Schwarzpulverladung aus dem Lauf getrieben. Sowohl Pulverladung als auch Geschossgewicht variierten von Hersteller zu Hersteller.

Die Schwarzpulverladung der  10,6 × 25 mm R entspricht bei weitem nicht den heute gewohnten Industriestandards.

In dem vorliegenden Fall handelt es sich um eine von der Egestorffschen Zündhütchenfabrik hergestellte Patrone am Lindener Berg, welches sich heute auf dem Stadtgebiet von Hannover befindet.

Technische Daten:

Durchmesser: 10.43mm

Hülsenlänge: 24.64mm

Geschossmasse: 17 g (262 grs) 

Treibladungsmasse: ca. 1,29 g (20 grs) 

V0 ≈ 215m/s

E0 ≈ 393J

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.