7,92 Kz-43

7,92 Kz-43

Unsere heutige Dienstpatrone ist bereits eine Rarität. Stellt sie doch den Abschluss einer Ära dar, welche 1941 in den Poltewerken Magdeburg begann. Die Rede ist von der Kurzpatrone 8×33 mm. Der Forschungsstand zu diesem Thema ist weit gefasst und gut zugänglich. Daher wollen wir heute den Focus auf die letzte Station der deutschen Fertigung dieses Laborates legen.

Die vorliegende Patrone, welche in der DDR als „7,92 Kz-43“ bezeichnet wurde, stammt aus dem Volkseigene Betrieb (VEB) Mechanische Werkstätten Königswartha. Als gegen Ende der 50er Jahre die Vorräte im Kaliber 8×33 zunehmend zur Neige gingen, MP43 und 44 allerdings noch in den Kampfgruppen der Arbeiterklasse zahlreich vorhanden waren, entschied man sich eine Serie aufzulegen. Die Werke in Königswartha fertigten zu diesem Zeitpunkt bereits die Patrone 7,9 ST (8×57 IS). Wann die Produktion tatsächlich anlief ist noch Gegenstand der Forschung. Ab 1957 ist eine Produktion gesichert nachgewiesen. Diese erfolgte interessanterweise sowohl in einer Ausführung als Stahlhülse, als auch in reduziertem Umfang mit Messing als Hülsenmaterial.

Eine weitere Besonderheit ist der Umstand, dass für eine gewisse Zeit gekürzte 8x57mm Hülsen für die Fertigung herangezogen wurden. Dem Los von 1957 folgten 1958, 1959 und schließlich 1961 weitere Kleinserien. Eine weitere Besonderheit ist die Dreipunktverstempelung des Zündhütchens (wie auch im vorliegenden Fall) welche die Markierung teilweise unlesbar macht. Dieser Fertigungsfehler wurde mit dem letzen Los 1961 behoben. Bei der Wahl der Geschosse folgte man altbewährtem und verlud plattierte, mit Bleihemd umschlossene Flussstahlkerne. Verpackt wurden die Patronen, der Fertigung bis 1945 folgend in Pappschachteln zu je 15 Stück wobei die Markierung durch Gummistempelaufdruck im Laufe des letzen Loses auf ein Etikett umgestellt wurde.

Neben der Abdeckung des eigenen Bedarfes wurden im Jahre 1961 auch für einen oder mehrere Exportaufträge Lose gefertigt. Diese wurden bis in die 70er Jahre durch das Veräußern der Restbestände ergänzt. Die genaue Provenienz der vorliegenden Packung wird sich nur schwerlich nachweisen lassen. Es gibt allerdings Hinweise, dass sie aus Afrika über die Station Großbritannien wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist. Die kurze und nur lückenhaft überlieferte Geschichte der 8x33mm Fertigung in der DDR ist somit das letzte Kapitel in der Herstellungsgeschichte dieses Kalibers in Deutschland, wenn man von der geringen Produktion durch die Chemnitzer Sportwaffen & Munitionsfabrik nach der Wende absieht, welche allerdings eine rein kommerziell ausgelegte Fertigung für den Zivilmarkt gewesen ist.

 

Technische Daten:
Gewicht Patrone: 16,7 g
Gewicht Geschoss: 8,1 g
Geschoss Durchmesser: 8,23 mm
Patronenlänge: 48.00 mm
V0= unbekannt, wird vermutlich im Bereich von 650 m/s liegen
E0= unbekannt, wird vermutlich im Bereich von 1700J liegen

 

Quelle:

Gerd Mischinger: Der Volkseigene Betrieb (VEB) Mechanische Werkstätten Königswartha und seine Produktion von Munition für Handfeuerwaffen, 2002

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