Olympia Triumph OTL63

Olympia Triumph OTL63

Titlebild: Olympia Triumph

Die Entwicklung maritimer Leinenwerfer reicht zurück in das frühe 19. Jahrhundert. Primär mit Raketen oder Treibladungspulver betriebene Systeme wurden seit den 1980er Jahren zunehmend von pneumatischen Systemen abgelöst. Dennoch galten lange Zeit tragbare Leinenwerfer als den schweren, lafettierten oder durch Raketen betriebenen Varianten an Leistung weit unterlegen.  Dies hat sich durch moderne Materialien und flexible Einsatzzwecke in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Die Spitze dieser Evolution stellt das OTL63 der britischen Firma Olympia Triumph dar. Gegenstand dieses Artikels soll die Vorstellung dieses vielseitigen Systems und seiner Anwendung sein.

OTL63 mit dem kleinen Leinenkorb

Die Geschichte des OTL63 reicht bereits 20 Jahre zurück. Das ursprüngliche System wurde von der in der Grafschaft West Sussex ansässigen Unternehmen Smith & Jewell erdacht und auch die Weiterentwicklung durch Olympia Triumph wird bis heute bei dem alt eingesessenen Maschinenbauer gefertigt. Natürlich ist das OTL63 kein einfacher Leinenwerfer, sondern ein Mehrzweckwerkzeug für Spezial- und spezialisierte Kräfte um Zugänge in Höhen oder Entfernungen zu ermöglichen, welche mit herkömmlichen Leitern oder tragbaren Stangen nicht erreicht werden können. Neben der offensichtlichen Anwendung im maritimen Boardingeinsatz eignet sich der Werfer auch für urbane Applikationen oder das Überwinden von Schluchten und unterschiedliche Höhenrettungsaufgaben.

Links der neue Wurfhaken aus Grade 5 Titan, rechts das klassische Geschoss zum verschießen von Leinen.

Neben diesen von anderen, vergleichbaren Systemen bekannten Fähigkeiten ist der OTL63 Werfer auch als nicht letales Wirkmittel gegen maritime Kleinfahrzeuge geeignet. Durch den Verschuß eines auf der Wasseroberfläche aufschwimmenden Netzes können die Schrauben von Schlauchbooten oder motorisierten Skiffs zuverlässig lahmgelegt werden. Diese breit aufgestellten Einsatzmöglichkeiten machen den OTL63 zu einem zunehmend beliebten Wirkmittel. Olympia Triumph ist bei der Benennung seiner Kunden sehr diskret, zu ihnen zählen jedoch auch KSK und KSM,  es ist ebenfalls bekannt, dass der Werfer bei dem britischen SBS im Einsatz ist.

Durch die Nutzung von Druckluft ist die Signatur deutlich geringer.

Anstelle herkömmlicher Abbrandgase, wie bei auf Feuerwaffen basierenden Leinenwerfern, wird beim OTL63 das Geschoss samt Nutzlast per Luftdruck verschossen. Dies trägt zu einer deutlich geminderten Signatur bei, da nur ein dumpfer Abschussknall, aber weder Lichtblitz noch Wärmeemissionen entstehen.  Die 500 Kubikzentimeter fassende Druckluftflasche ist mit einem Maximaldruck von 230 Bar in der Lage 5 Schüsse abzugeben, bevor ein erneutes Aufladen notwendig wird. Dabei sind mit modernen 3mm Polyethylen Leinen Reichweiten von bis zu 120m möglich. Selbst schwere, für die Bergung oder Verbringung von Personen und Lasten gedachte 11mm Leinen können noch zuverlässig 35m weit geschossen werden.

OTL63 mit dem großen Leinenkorb

Olympia Triumph entwickelt das Gesamtsystem OTL63 stetig weiter. So wurde unlängst erst der MK3 Wurfhacken aus einer hochfesten Titanlegierung vorgestellt. Durch die Verwendung leichter, aber korrosionsfester Materialien steigert sich sowohl die Reichweite, als auch die Korrosionsresistenz bei gleichbleibender oder sogar gestiegener Belastbarkeit und Lebensdauer. Neben der Leistungssteigerung wird in Zukunft die Gewichtsreduzierung sicherlich das primäre Ziel sein. Wiegt der Werfer an sich schon 4,8kg, so ist die Gesamtlast mit Korb und Ankerhacken bereits bei 10kg. Es ist daher anzunehmen, dass die Geschichte dieses Nischenproduktes noch lange nicht abgeschlossen ist. 

Technische Daten:

Kaliber: 63mm

Gewicht leer: 4800g 

Druckluftflaschenkapazität: 500 cc

Maximaldruck: 230bar

Schussweite: 120m mit 3mm Leine

                           45m mit 9mm Leine

                           35m mit 11mm Leine

 

 

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