TÜBİTAK BİLGEM TÜMOL Wirklaser

TÜBİTAK BİLGEM TÜMOL Wirklaser

Der vom türkischen Forschungsinstitut TÜBİTAK BİLGEM entwickelte Wirklaser TÜMOL wurde unlängst auf der IEDF 2019 in Istanbul vorgestellt. TÜMOL steht für Tüfeğe Monte Lazer, zu Deutsch Gewehr montierter Laser. Im Gegensatz zu den zahlreichen, marktverfügbaren Produkten handelt es sich allerdings nicht um einen Laser zur Zielführung oder Beleuchtung, sondern um einen Wirklaser zur Bekämpfung oder Blendung von einer Vielzahl potentieller Ziele.

Grundsätzlich hatten die Entwickler eine Verwendung gegen IEDs und Drohnen im Fokus, als sie den TÜMOL entwarfen. Diese sollte an bestehende Handwaffensystem montierbar und von einer Person zu tragen sein. Ersteres wurde mit einer Picatinny Montage, letzteres mit einem Systemgewicht von 15kg erreicht, wobei ein signifikanter Teil der Masse auf den in einem Rucksack untergebrachten Lithium-Ionen-Akku fällt.

Auf der IEDF 2019 in Istanbul wurde der Laser an dem modularen Gewehr MPT-76 von MKE präsentiert.

Die angedachte Rolle überrascht nicht wirklich. Mit einem in der Leistung skalierbaren Laser lassen sich kleinere bis mittlere IEDs aus der Entfernung unschädlich machen. Selbst die stählernen Geschossmäntel von Artillerie- oder Mörsergranaten sind mit einem Laser durchdringbar. Ein größeres Problem stellt die wirksame Reichweite von gerade mal 150m bei solch einem Ziel laut Herstellerangaben dar. Diese doch recht klein gefasste Entfernung deckt sich nicht immer mit dem nötigen Sicherheitsbereich.

Der nicht am Gewehr montierte Teil des Lasers, inklusive dem Lithium-Ionen-Akku, findet in einem Rucksack Platz.

Die Verwendung des TÜMOL gegen Drohnen birgt dagegen mehr Potential. Bei handelsübliche Klein- und Kleinstdrohnen unter 5kg gibt BİLGEM die Kampfentfernung mit 250m an. Bis 1km können optische und optronische Sensoren erfolgreich geblendet werden. Natürlich beschränkt sich diese Option nicht nur auf Drohnen. So ist auch ein Einsatz gegen die Sensoren von Gefechtsfahrzeugen oder Hubschraubern denkbar. Die Effizienz des Lasers hängt natürlich massiv von den Witterungsbedingungen ab. Auch das Material und nicht zuletzt die Farbe des Zieles ist von Einfluss auf den tatsächlichen Effekt im Ziel. Die Witterung als einschränkender Faktor findet sich auch in den Parametern für den Einsatz wieder. So ist der TÜMOL unter +10 °C und über +40 °C sowie bei einer Luftfeuchte über 90% nicht einsetzbar. Der 500W starke Laser hat dabei eine Wellenlänge von 1070nm, ist also für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar (was die Frage der Zielführung aufwirft und nur mit einem entsprechenden Sichtgerät lösbar ist) und ist für den dauerhaften Betrieb mit einem thermoelektrisches Kühlelement ausgestattet.

Schiebel S-100 im Vorbeiflug: Wahrscheinlich ein etwas zu großer Brocken für den TÜMOL, aber eine Beschädigung der Sensoren im Gimbal unter dem Rumpf würde einem Missionkill gleichkommen. 

Fazit

Der TÜMOL Wirklaser ist eher als Konzept- und Realisierbarkeitsstudie zu betrachten. Dennoch ist das Potential nicht zu unterschätzen. Zudem zeigt sich, dass es Streitkräfte gibt, die Bedrohung durch Drohnen nicht nur ernst nehmen, sondern auch mobile und kompakte Wirkmittel für die querschnittliche Einführung entwickeln um ihnen zu begegnen.

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