B&T Veterinärpistole VP9

B&T Veterinärpistole VP9

Die B&T VP9 kann ihre Abstammung von der legendären Welrod Pistole nicht verbergen. Sind doch grundlegende Funktionsprinzipien identisch, wurden aber von der Schweizer Waffenschmiede technologisch und ergonomisch in das 21. Jahrhundert gehoben. Entstanden ist eine moderne und überaus leise Pistole mit interessanten Lösungen, welche sowohl dem Veterinär als auch Spezialkräften ein Mittel zum diskreten Ausschalten von Tieren wie z.B. Wachhunden gibt. 

Entgegen dem klassischen Ansatz entschied sich B&T, welche seit 1991 Schalldämpfer in unterschiedlichen Ausführungen fertige, die Entwicklung beim Signaturreduzierer zu beginnen und die Waffe erst im Anschluss um Ersteres zu konstruieren. Der Schalldämpfer hat eine Länge von 154mm und einen Durchschmesser von 35mm. Unterteilt ist er in drei Kammern zu je 17mm Länge, getrennt durch 6mm dicke Kunststoffscheiben. Die Kunststoffscheiben weisen einen kreuzförmigen Einschnitt auf wodurch das Geschoss passieren kann, durch das danach erfolgende Selbstverschließen die Treibgase jedoch zuverlässig eingefangen werden. Verbunden wird der Schalldämpfer durch einen 35mm langen Übergang, welcher bereits ebenfalls als Expansionskammer ausgestaltet ist.

Deutlich zu erkennen das Drehrad mit roter Markierung um die Waffe ver- und entriegeln zu können. 

Wie gut die Gasabdichtung durch das mit Kunststoffscheiben versehene Mehrkammersystem funktioniert, wird nach dem Entriegeln der Waffe erkennbar, wenn der restliche Gasdruck mit einem hörbaren Pfeifen entweicht. Dies wird dadurch möglich, dass die VP9 als klassischer Mehrlader ausgestaltet ist. Die Ver- und Entriegelung, Ausziehen und erneutes Zuführen erfolgt manuell über das am hinteren Gehäuseende befindliche, geriffelte Drehrad. Nur so ist die hohe Dämpfleistung zu erzielen.

Die VP9 läßt sich auch ohne Magazin als einschüßige Waffe verwenden.

Dennoch erscheint die VP9 oberflächlich betrachtet als Kopie der SOE Welrod. Dies stimmt auch in gewisser Hinsicht. So ist die Ausgestaltung des Abzugsmechanismus geradezu identisch. Nicht nur die Form des Abzuges, sondern auch die Konstruktion. Die Handballensicherung blockiert die federgelagerte Abzugsstange und gibt diese frei, sobald man den Griff in die Hand nimmt. Zudem sind beide Waffen, wie bereits erwähnt als Mehrladepistolen mit einem manuell zu bedienenden Drehkopfverschluß mit zwei Verriegelungswarzen ausgelegt. Im Gegensatz zur Welrod muss bei der VP9 die Handballensicherung gedrückt sein um ein Repetieren durchführen zu können. Das Magazin ist auch einreihig ausgeführt aber die VP9 verfügt über einem Kunststoff Aufsatz um den Griff ergonomischer zu gestalten. Der Magazinlöser ist zeitgemäß an der Seite als runder Druckknopf platziert. Zudem kann die VP9 ohne Griffstück auch als überaus kompakter Einzellader geführt und verwendet werden.

VP9 teilzerlegt mit entnommenem Verschluß und abgenommenem Schalldämpfer. Der Übergang mit Gewinde ist deutlich zu erkennen. 

Fazit

Über die B&T VP9 ist schon viel geschrieben worden. Pistole für den Veterinär, der aus Gründen des Arbeitsschutzes eine gedämpfte Waffe braucht, oder doch eher für die SE Beamten, der zivil im Rahmen der Voraufklärung einen Wachhund dezent ausschalten muss? Die Frage sollen final andere beantworten. Was bleibt ist ein faszinierendes Nischenprodukt, welches selten anzutreffen ist und trotzdem oder gerade deswegen die Fantasie anregt.

Technische Daten:

Kaliber:                      9mm x 19

Länge :                       285 mm

Breite:                        35 mm

Höhe:                         114 mm

Lauflänge:                50 mm

Gewicht:                    900 g

Visierlänge:             100 mm

Magazinkapazität:   5 Patronen

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