Das AR15 Buffer Feder Paradoxon

Das AR15 Buffer Feder Paradoxon

Text und Bild: Kristóf Nagy

 

Wahrlich ein hochtrabender Titel, aber drunter machen wir es nicht! Spaß beiseite, eine aktuell durchgeführte Wartung an einem AR15 hat uns dazu bewogen diesen kurzen Post anzufertigen. Grund für die Maßnahme war ein immer wieder auftauchendes, unvollständiges Verriegeln, welches mit steigendem Verschmutzungsgrad zunahm. Im Folgenden sollen die dazu getätigten Überlegungen kommentiert wiedergegeben werden.

Als Erstes wurde eine ausführliche Reinigung der Patronenkammer mit einer Chamber Brush vorgenommen. Dies führte zu einer leichten, aber wahrscheinlich nur subjektiven Verbesserung. Schließlich handelt es sich um eine gut gewartete und regelmäßig gereinigte Waffe. Als logische Konsequenz wurde daraufhin der Austausch der Verschlussfeder in Angriff genommen. Diese ist bei dem AR15 System deutlich versteckter und damit hierzulande weniger im Bewusstsein des Nutzers. Die Gute Nachricht lautet, dass die sogenannte Buffer Feder ein überaus günstig zu ersetzendes Element ist. Qualitativ hochwertige Chrom/ Silikon beschichtete Federn gibt es bereits für unter 10€.

Hinter dem Retainer Pin liegt der Buffer mit Feder.

Die erste Frage lautet allerdings: Habe ich eine Rifle oder eine Carbine/ M4 Spring. Die Antwort kann jeder selber ermitteln, indem er die Feder aus dem Buffer Tube entnimmt und die Windungen zählt. Zwischen 37 und 39 Windungen und einer durchschnittlichen Länge von um die 26cm liegt eindeutig eine Carbine oder auch M4 Feder vor. Ist die Feder um die 30cm lang und hat 41 bis 42 Windungen, so hat man definitiv eine Rifle Spring vor sich.

Konsultiert man die Fachliteratur, dann wird die Länge der Feder häufig als Indikator benannt, welcher dem Nutzer anzeigt, dass es Zeit wird die dauerhaft komprimierte Feder zu tauschen. Und hier kommt nun das eingangs erwähnte Paradoxon zu tragen. Diese Faustregel ist nicht immer zutreffend. In unserem Fall war die neue Feder (siehe Bild) um einige Millimeter kürzer als die deutlich gebrauchte und das bei der gleichen Anzahl an Windungen. Relevant ist daher die Spannkraft und nicht die Länge. Nach Einbau der neuen Feder ist die Waffe auch bei zunehmender Verschmutzung wieder zuverlässig nutzbar.

Links die neue und kürzere, rechts die längere, deutlich gebrauchte Feder.

Fazit

Faustregeln sind schön und gut, aber nicht immer zutreffend. Federn sind billig und verantwortlich für das Absorbieren der Energie in der Waffe was sich direkt in eine längere Lebensdauer des Gesamtsystems übersetzen läßt. Daher tausche sie regelmäßig und proaktiv und verlasse Dich nicht auf „Längenvergleiche“, denn diese sind selten hilfreich.

Herzlichen Dank an die Albrecht & Beck Handelsgesellschaft GbR für die Unterstützung:

https://www.vdb-waffen.de/de/mitglieder/waffen-fachgeschaefte/albrecht_und_beck_handelsgesellschaft_gbr.html?s=1

 

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