Author Archive Kristóf Nagy

AirTronic PSRL-1 – Die RPG aus Texas

Text: Kristóf Nagy

Bild: AirTronic USA LLC und Arsen Avakov/ Yulia Babych

Die RPG-7 mit weltweit über 9 Millionen gefertigten Exemplaren ist die vermutlich erfolgreichste Panzerabwehrhandwaffe in der Geschichte dieser Waffenkategorie. Spätestens seit dem Krieg gegen den Terror ist die handliche, robuste und rückstoßfreie Waffe auch für westliche Soldaten nicht mehr fremd. In den neuen NATO Mitgliedsländern des ehemaligen Ostblocks gehört sie noch teilweise zur Bewaffnung, oder wird wie in Bulgarien sogar noch gefertigt. Die Schaffung einer modernisierten Version westlicher Provenienz ist daher auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich. Der initiale Funke für die Entwicklung war der Bedarf innerhalb der US SOCOM Gemeinde für ein sicheres Wirkmittel, welches rückwärtskompatibel mit den riesigen Mengen an weltweit verfügbarer Munition für diesen Waffentyp ist und mit geringem Ausbildungsaufwand verbündeten Kräften eine Kampfwertsteigerung bot. Basierend auf dieser Forderung entwickelte die in Spring Branch, Texas ansässige Firma Airtronics den Precision Shoulder-Fired Rocket Launcher, kurz PSRL-1 und die dazugehörige Munition.

 

Seitenansicht mit montiertem 3×24 Sightmark Wolfhound (AirTronic USA LLC)

Abmessungen und Gewicht sind dabei fast identisch mit dem Original. Auch die Ergonomie und das Setup sind bedingt durch die Funktionsweise der Waffe unverändert. Einzig der Magpul Pistolengriff fällt ins Auge. Durch die Vielzahl an Picatinny-Schienen ist jedoch neben der klappbaren, offenen Visierung die Montage unterschiedlicher optischer und optronischer Zielhilfen möglich. So wird vom Hersteller das 3×24 Sightmark Wolfhound oder das 3,5×35 Trijicon ACOG TA11 mit einem der RPG-7 Munition angepassten Absehen und Haltemarken für die unterschiedlichen Entfernungen angeboten. Mit dem Pulsar Trail XP-30 steht zudem ein Wärmebildzielgerät mit einer Reichweite von 500 m zur Verfügung. Das 2016 bei der Vorstellung der Waffe gezeigte Eotech Reflexvisier wird dagegen heute nicht mehr angeboten. Dafür jedoch zahlreiche Transportbehältnisse für Waffe und Munition, sowie ein Harris Zweibein.

 

Blick auf das Harris Zweibein und die Stempel an der Vorderseite des Werferrohres (AirTronic USA LLC )

Gut erkennbar: Aufgeklappte Visierung, Sicherung, Abzug und Schlagstück (AirTronic USA LLC )

Munition

Als Beitrag zur Betriebssicherheit in der Fremdwaffenausbildung ist die Fertigung der passenden Munition zu sehen. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass diese nicht nur mit der PSRL-1, sondern allen anderen RPG-7 Varianten rückwärtskompatibel sein muss. Als primäre Munitionssorte wird die SR-1 im Kaliber 93mm gefertigt. Die Hohladung (HEAT) hat eine Durchschlagsleistung von 500mm Panzerstahl (RHA). Damit entspricht sie der Ende der 70er Jahre eingeführten PG-7VL, welche als Kampfwertsteigerung die früheren Munitionsorten ablöste und seitdem eine weite Verbreitung erfuhr. Zudem sind noch mit Markierungssätzen versehene, innerte Versionen im Kaliber 93mm (SR-T1) und 70mm (SR-T2) für Ausbildungszwecke verfügbar.

Innerte Trainingsgranate SR-T1 (AirTronic USA LLC )

Im Einsatz

Überaus interessant ist die Bewertung der PSRL-1 durch ukrainische Kräfte, welche den direkten Vergleich hatten. Dem Autor war es möglich mit einem Nutzer über das Thema zu sprechen. Die Resonanz viel wenig positiv aus. Da initial keine Optiken mit den Waffen geliefert wurden, war die nicht vorhandene Möglichkeit der Montage einer PGO-7 Optik ein deutlicher Kritikpunkt. Des Weiteren wurde die enge Toleranz des Werferrohres bemängelt. Nach dem Verschuss von mehreren Granaten sei durch die Kombination von Hitzeausdehnung und Verschmutzung das Laden der nächsten Granate nicht mehr möglich gewesen. Bereits nach fünf Schuss soll sich ein deutlicher, negativer Einfluss durch die Hitze gezeigt haben. Auch wurde der Sitz der Granate und die Positionierung des Schlagbolzens kritisiert, da dies häufig dazu führte, dass die Zündkapsel der Ausstoßladung nicht getroffen wurde.

Angehörige der ukrainischen Nationalgarde mit der PSRL-1 und montierter Optik (Arsen Avakov/ Yulia Babych)

Fazit

Aufsehen erregte die bereits erwähnte Lieferung von etwa 100 Systemen an die Ukraine im Sommer 2017. Seitdem sollen weitere PSRL-1 geliefert worden sein. Auch Peru soll sich unter den Nutzern befinden. Gesichert ist zudem die Lieferung von Werfern an die Philippinen, welche diese im Kampf gegen lokale, muslimische Terrorzellen einsetzen. Das weitere Schicksal des Precision Shoulder-Fired Rocket Launcher ist schwer vorherzusagen. Bei einem Systempreis von um die 6000$ ist der Werfer sicherlich attraktiv (wenn auch nicht überragend preiswerter), vor allem wenn Munition entweder vorhanden oder leicht zu beschaffen ist. Dennoche ist es fraglich, ob die Möglichkeit zweifelsohne fähigkeitssteigernde Optiken zu montieren die Beschaffung für eine Vielzahl an Kunden rechtfertigt, insbesondere im Lichte der oben erwähnten Einsatzerfahrungen.

Quellen:

– Herstellerprospekt

– Interview mit einer vertraulichen Quelle aus der ukrainischen Nationalgarde

– Pressemitteilung des Azov Freiwilligenbattalion vom 22.07.2017

 

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Übungshandgranaten des Warschauer Paktes

Bild und Text: Kristóf Nagy

Dieser Beitrag erhebt in keinster Weise den Anspruch auf Vollständigkeit. In der Tat liegt der Schwerpunkt auf den sowjetischen Übungsgranaten, welche in zahlreichen Länder auch außerhalb des Warschauer Paktes und zuweilen bis heute für die Ausbildung verwendet werden. Zudem erlaubt sich der Autor einen kleinen Exkurs zu den polnischen Ausbildungsmitteln für Handgranaten. Die tschechischen, bulgarischen und DDR Erzeugnisse jedoch fehlen vollends. Auch sind sowjetischen Panzerabwehr – Ausbildungsgranaten nicht berücksichtigt. Wer sich zudem einen Überblick über die zahlreichen Üb-Muster ungarischer Herstellung verschaffen will, dem sei zu dem Advanced Fieldsports Research Paper Nr. 2: Die Handgranate 42/48 M. geraten.

URG

Die URG (Uchebnaya Ruchnaya Granata – Ausbildungs Handgranate) diente zur Ausbildung von Nutzern an der legendären F-1 Handgranate. Handhabung und Wurf des Kampfmittels konnten dank identischer Bedienelemente, Form und Gewicht vermittelt werden. Als Zünder kam ein modifizierter UZRGM Zünder zum Einsatz. Anstelle des Zündelementes wurde im verlängerten Zünderkörper eine austauschbare Übungsladung eingesetzt, welche einen Knalleffekt und Rauchentwicklung erzeugte. Die Übungsladung ist dreiteilig aufgebaut und besteht aus einer Hülse welche eine Schwarzpulverladung und die Zündkapsel aufnimmt. Der Schlagbolzen wurde ebenfalls verlängert um die Zündkapsel erreichen zu können. Der Granatkörper hat selbstverständlich keine Füllung aus Sprengstoff, allerdings eine zusätzliche Kavität um die Lautstärke der Ladung zu erhöhen. Als farbliche Markierung verwendete man eine schwarze Lackierung, welche häufig mit einem weißen Streifen oder Kreuz ergänzt wurde.

URG mit eingesetztem Üb-Zünder.

Polnische URG: Beachte die grüne Lackierung mit weißem Streifen und den roten Streifen auf dem Üb-Zünder.

URG-N

Das N als Zusatz in der Bezeichnung steht für Nastupatelnaya, was Angriff bedeutet. Das Ausbildungsmittel bildet dabei die RGD-5 Granate ab. Der Körper wurde nicht wie bei der Gefechtsgranate aus Blech, sondern im Gussverfahren hergestellt. Als Zündern kam die ebenfalls der modifizierter UZRGM Zünder zum Einsatz. Die Granaten erhielten auch eine schwarze Färbung und weiße Markierungen. Im Gegensatz zu der URG wurde die interne Kavität so ausgeführt, dass sie als durchgehende Bohrung in Form einer Öffnung am Boden austritt. Sowohl URG als auch URG-N als auch der Zünderkörper sind wiederverwertbare Ausbildungsgranaten. Es muss nur die Übungsladung erneuert werden.

URG-N mit eingesetztem Üb-Zünder.

CRG-42

Die CRG-42 Übgranate wurde in Polen entwickelt um Handhabung und Wurf der RG-42 Angriffsgranate abzubilden. Ihre Konstruktion ist deutlich komplexer als die der bereits Ausbildungsmittel URG und URG-N. Die CRG-42 weißt einen abschraubbaren Boden und zusätzliche Öffnungen auf. So sollte der Knalleffekt, aber auch die Lebensdauer erhöht werden. Die Granaten wurden schwarz lackiert und erhielten einen roten Streifen. Der Rote Streifen dient auch zur Markierung der Üb – Zünder. Neben der CRG-42 gibt es noch eine weitere, deutlich einfacher gehaltene Ausbildungversion der RG-42 Handgranate. Diese ist mit dem deutlichen Aufdruck Treningowy – Ausbildung versehen und verwendet den gleichen Zünder.

Links CRG-42, rechts Ausbildungversion der RG-42 Handgranate aus polnischer Fertigung.

CRG-42 zerlegt ohne Zünder.

Beachte die Aufschrift Treningowy, womit die Granate als Ausbildungsmittel markiert wurde.

Quelle:

A 050/1/482 Handgranaten – Beschreibung und Nutzung, Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik – Ministerium für Nationale Verteidigung, 1980

A 250/1/107 Handgranaten der NVA, Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik – Ministerium für Nationale Verteidigung, 1967

 

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Bihemta Tokat571 Prototyp Reihenfeuerpistole

Bild und Text: Kristóf Nagy

Hinter dem Konzept und der Entwicklung der Tokat571 steht das in der osttürkischen Schwarzmeerhafenstad Trabzon beheimatete Unternehmen Bihemta. Ziel sei es nach eigener Aussage, die mehrjähriger Konstruktionsarbeit mit staatlicher Hilfe in einen serienreifen Zustand überführen zu können. Daher wird die Waffe vom entwickelnden Unternehmen auch mit reichlich patriotischem Pathos unterlegt als Antwort auf den gegen die Türkei gerichteten, internationalen Druck dargestellt.

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Experimentelles Bullpup Gewehr Model 1945

Text: Kristóf Nagy

Bilder: In der Bildunterschrift bezeichnet, Titelbild US Signals Corps/ National Archives

Diesen Beitrag startet eine neue Kategorie in unserem Blog. Handelt es sich doch nur um einen Prototyp und keine eingeführte Waffe. Auch ist der Kenntnisstand um das Model 45A und erst recht die Version B recht spärlich. Ziel dieses Artikels soll es sein die Puzzle Teile rund um dieses faszinierende Projekt, welches in Vergessenheit geraten ist, zusammenzutragen und eine eingeschränkte Bewertung vorzunehmen.

Über die Entstehung der Waffe in Manila kurz nach dem Ende des Krieges ist bereits einiges publiziert worden. Die heute zirkulierenden Bilder aus dem National Archive entstanden egbenefalls in der von heftigen Kämpfen stark zerstörte Hauptstadt der Philippinen. Bot diese doch eine geradezu perfekte Kulisse. Die dringlichste Frage bezüglich des Model 45 Gewehrs jedoch ist, ob die Entwicklung jemals den Stand eines funktionsfähigen Prototyps erreicht hat, oder auf dem Niveau eines reinen Mock Up stehenblieb. Bei der Bewertung der genannten und auch diesen Beitrag illustrierenden Bilder kommen die meisten internationalen Experten zu dem gleichen Schluss: Die Auslegung der Waffe als Bullpup Konstruktion und die Integration einer Zieloptik in den Tragegriff war zukunftsweisend. Der abgebildete Gegenstand wird zumeist jedoch als schießunfähiger Demonstrator identifiziert. Für diese Auffassung spricht unter anderem die überaus grobe Ausführung des Gehäuses. Die Anzahl der Bilder, welche an mehreren Orten und mindestens zwei Terminen stattfanden, ist jedoch beachtlich und spricht dafür, dass entsprechende Stellen ein Interesse daran hatten den Entwurf zu bewerben.

Model 45A in den Ruinen von Manila 1945, US Signals Corps/ National Archives

Ansonsten wissen wir wenig über die Waffe. Die Munitionszuführung wurde mit einem Browning Automatic Rifle Magazin gelöst. Dies lässt vermuten, dass die Waffe im Kaliber 30-06 Springfield projektiert wurde. Zudem war die Möglichkeit zum Vorschuss von Gewehrgranaten vorgesehen. Ebenfalls wurden unterschiedliche Trageweisen und Anschlagsarten erprobt, auch unter Zuhilfenahme des Tragegriffes. So zeigt das eine Bild eindeutig einen Deutschuss Anschlag.

Teile des mutmaßlichen Entwicklungsteams, US Signals Corps/ National Archives

Bleibt die Frage nach dem Konstrukteur oder Konstruktionsteam hinter der Waffe. Lange Zeit gab es nur ein Foto von einer Gruppe mit einem Model 45A auf einem Schreibtisch. Konkrete Namen sind jedoch nicht bekannt gewesen. Erst mit Erscheinen eines wenig beachteten YouTube Videos im Frühjahr 2018 kam wieder Bewegung auf:

Der Autor erläutert darin den Erwerb eines Briefes, welcher offenkundig Teil der Korrespondenz zwischen dem mutmaßlichen Konstrukteur der Waffe und einem Freund darstellt. Beachtlich an dem Brief ist, dass er eine Weiterentwicklung der Waffe zur Version Model B beschreibt und auch eine Einordnung in die Kategorie leichtes Maschinengewehr vornimmt. Die Weiterentwicklung zeigt sich maßgeblich in einem neuen Gehäuse mit integriertem Schaft, welcher vollständig in Prägetechnik ausgeführt wurde. Dies belegen die beigelegten Bilder, welche auf dem Testgelände von Aberdeen entstanden sein sollen. Von besonderer Bedeutung sind die Detailaufnahmen der teilweise zerlegten Waffe. Einen wirklichen Beleg für die Funktionsfähigkeit stellen sie allerdings nicht dar. In der Tat werfen sie nur noch mehr Fragen auf, wenn man sich die Beschriftung der Komponenten ansieht. So ist z.B. das Auswurffenster für das Kaliber deutlich zu klein bemessen. Auch fehlen aus waffentechnischer Sicht wesentliche Teile wie ein Verschlussträger oder Verschlusskopf.

Seitenansicht des Model 45, Screenshot aus dem Video von A Humbel Collector.

Die Beschriftung der Komponenten wirft einige Fragen auf. Screenshot aus dem Video von A Humbel Collector.

 

Fazit:

Über den Verbleib der Prototypen ist nichts bekannt. Wurde das Model 45A überhaupt von Manila nach Aberdeen gebracht, oder handelte es sich um Neufertigungen? Das US Army Ordnance Museum, welches die in Aberdeen erprobten Waffen aufbewahrt, hat keine Dokumente, geschweige denn Waffen oder Teile davon in ihrem Bestand. Es ist daher davon auszugehen, dass sich hier vorerst die Spur des Model 45 Gewehrs verliert. Was bleibt ist eine faszinierende Geschichte einer modernen Idee am Ende des Krieges, welche vermutlich nicht einmal soweit kam wie die anderen Bullpup Konzepte der damaligen Zeit, namentlich das EM-2 oder das T31 Light Rifle von John Garand.

Quellen:

Tom Laemlein, The Incredible U.S. Model 45A. Small Arms Review, January 2010

Tom Laemlein, US Model 45A in https://www.forgottenweapons.com/us-model-45a/

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Training mit Laser: Laser Ammo SureStrike

Bild und Text: Kristóf Nagy

Als weiteren Beitrag zu der lagebedingten Trockentrainingdiskussion möchten wir heute unsere Lasertrainingsmittel zeigen. Die Teilnehmer der Advanced Fieldsports Pistolenkurse kenne dieses äußerst clevere Gerät: Das Laser Ammo SureStrike 9mm Premium Kit.

In dem Beitrag zu unserem adaptierten P-D2 Ziel haben wir die Möglichkeit der Nutzung mit einem Laser bereits erläutert. Dieses Trainingstool sollte in jedem Werkzeugkasten eines Schützen vorhanden sein. Die Produkte von Laser Ammo empfehlen wir deswegen vorbehaltlos, weil wir sie seit Jahren nutzen und nur einen einzigen, technischen Ausfall erlebt haben, welcher umgehend behoben wurde. Die Produktlandschaft des Herstellers aus Israel ist über die Jahre stetig gewachsen, das SureStrike 9mm Premium Kit ist aber als Einstieg und auch als solitär Lösung ideal und durchaus ausreichend. Mit diesem Laser lassen sich die relevanten Grundfertigkeiten mit sofortigem Feedback trainieren. Die mitgelieferten, reflektierenden Ziele können hilfreich sein. Papierziele sind aber ebenfalls sehr gut nutzbar. Durch die hohe Lichtintensität ist ein Training auch im Freien, sehr hellen Räumen oder auf größerer Entfernung möglich. Zudem lässt sich der Laser mit einem Adapter auch auf das Kaliber .223 oder .308 umrüsten ohne, dass man ein neues Set kaufen muss.

 

Der Unterschied zwischen guter und schlechter Abzugsmanipulation wird vom Laser schonungslos aufgezeigt.

Einbau

Zur Montage des Systems in die Waffe ist der Lauf zu entnehmen (bei Waffen mit starrem Lauf nur der Verschluss). Anschliessend kann die Laserpatrone von hinten in das Patronenlager geführt werden. Durch eine Röhre und eine Kappe aus rotem Kunststoff, der sogenannten Safety Pipe und Safety Nut, ist der eingebaute Laser auch von außen erkennbar. Die Laserpatrone wird über den Schlagbolzen ausgelöst und hat keine Rille, sodass sie beim Repetieren im Patronenlager verbleibt. Zur Entnahme kann die Safety Nut abgeschraubt und der Laser mit der Safety Pipe nach hinten aus dem Lauf geschoben werden. Bei einer Verwendung des .223 oder .308 Adapters, welcher vorn auf die Laserpatrone geschraubt wird, empfiehlt sich zum Ausbau ein Putzstock.

Laser Ammo SureStrike mit .223 Adapter.

Fazit

Das SureStrike 9mm Premium Kit ist eine gute Investition für das heimische Trockentraining, aber auch für Ausbilder um Abzugsfehler von Lehrgangsteilnehmern visuelle stärker und eindrucksvoller aufzeigen zu können. Bei der Nutzung ist allerdings darauf zu achten, dass der Schütze weiterhin die Visierung nutzt, bei der Kurzwaffe das Korn fokussiert und nicht dem Laser hinterher schaut. Durch das helle Licht erfolgt die Trefferauswertung gleichsam über das periphere Sehen. Auch dabei helfen die mitgelieferten, reflektierenden Ziele. Zu beziehen ist das SureStrike 9mm Premium Kit unter anderem bei unseren Freuden von CSC Arms Division

 

 

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Trockentraining: Eine Analyse

Von Christoph von Forstner und Kristóf Nagy

Durch die aktuelle Situation ist das Training auf Schießbahnen für die Masse der Großkaliberschützen im nicht dienstlichen Umfeld faktisch unmöglich. Höchste Zeit, sich den Themenkomplex Trockentraining genau anzuschauen. Des Weitern sollten die gewonnenen Erkenntnisse auch in Zukunft, wenn die Stände wieder öffnen, nicht vergessen werden. Ist Trockentraining doch eines der wichtigsten Mittel für den Erhalt von grundlegenden Fähigkeiten. Wir haben uns daher entschieden für Euch ein mit simpelsten Mitteln immer wieder reproduzierbares Ziel zu erstellen, welches einfach mit einem handelsüblichen Drucker auf einer einzigen A4 Seite Platz findet.

ACHTUNG! Vor jedem Trockentraining mit einer Feuerwaffe ist diese zu entladen und Sicherheit herzustellen! Beim Trockentraining ist zudem die strikte, räumliche Trennung von Munition und Trainingsort zu beachten. Die vier Sicherheitsregeln behalten weiterhin Bestand.

  1. Jede Waffe ist immer geladen.
  2. Der Finger berührt den Abzug erst, wenn ich die bewusste Entscheidung zum schießen getroffen habe.
  3. Meine Mündung überstreicht nichts, was ich nicht auch treffen möchte.
  4. Ich kenne Mein Ziel, und weiß, was davor, dahinter und daneben ist.

Leitfaden für ein gelungenes Trockentraining und Hilfsmittel gibt es viele auf dem Markt. Ziel dieses Beitrages soll es sein anhand eines konkreten Beispiels Vor- und Nachteile, bzw. Stolpersteine im Trockentraining zu beleuchten und zum Nachdenken anzuregen.

Als Grundlage für unsere Betrachtung dient die Disziplin Halbautomatische Dienstpistole P-D2 aus der Schießsportordnung des VdrBw. Hierzu haben wir ein kostenfrei downloadbares Ziel entwickelt. Wichtig war uns zudem eine Trainingsmöglichkeit zu schaffen, welche auch in beengten Räumlichkeiten umsetzbar ist. Zudem sollte bei der Nutzung von Trainingsmitteln wie Airsoft oder Laser noch eine brauchbare Präzision und gute Trefferaufnahme möglich sein.

Hier geht es zum kostenlosen Download!

Verkürzter Ablauf der Übung Halbautomatische Dienstpistole – P – D 2 

  • Waffe: Dienstpistolen laut Sportordnung
  • Scheibe: T-Scheibe Bw 10.7. (in unserem Fall in der Größe angepasst, siehe Downloadlink unten)
  • Scheibenentfernung: Vom hinteren Rand der Entfernungslinie gemessen beträgt die Entfernung zur Scheibe 25 m / 20 m / 16 m. In unserem Fall wird jedes Ziel auf 3m beschossen. Die Entfernung wird durch die Skalierung der Zielgrößen simuliert.
  • Stehend freihändig, beidhändig Die Waffe wird auf Weisung der Aufsicht auf den jeweiligen Stationen (25 m, 20 m, 16 m) geladen, entspannt / gesichert und geholstert.
  • Schusszahl: 16 Schuss Wertung
  • Ablauf:

Station 1: 25 m: 4 Schüsse in 10 sec. Auf Start oder Tonsignal  gibt der Schütze einen Schuss in die Bravo-Zone und dann einen Schuss in die Alpha-Zone der Scheibe ab. Dies wird innerhalb der 10 Sekunden einmal wiederholt. 

Station 2: 20 m: 6 Schüsse in maximal 1 Minute. Auf Start oder Tonsignal gibt der Schütze je einen Schuss auf die T-Scheibe in die linke Delta-Zone, einen Schuss in die rechte Delta-Zone und dann einen Schuss in die Charly-Zone ab. Das Ganze wird einmal wiederholt.

Station 3: 16 m: 6 Schüsse in 30 sec. Auf Start oder Tonsignal  gibt der Schütze 6 Schuss innerhalb der 30 Sekunden auf die T-Scheibe in die Ringziele 3 auf das linke Ziel und 3 auf das rechte Ziel ab, wobei nach jedem Schuss das Ziel gewechselt werden muss (keine Doppelschüsse).

Die Einschränkungen des klassischen Trockentrainings werden umgehend klar. Durch die Notwendigkeit des erneuten Spannens, kann der Schießrhythmus bei der Station 1 und 3 nicht abgebildet werden. Zudem fehlt das Element der Rückstossverarbeitung und des Abzugresets, welches im Verbund mit dem Zielwechsel die wesentlichen Trainingsinhalte darstellen. Die Station 2 mit ihrer sehr komfortablen Schießzeit wiederum ist auch als reine Trockenübung umsetzbar. Ein weiterer Vorteil der Nutzung einer Dienstpistole ohne weitere Hilfsmittel liegt in der Reproduktion und Verinnerlichung des korrekten Haltepunktes, der trotz Zielverkleinerung identisch zur realen Übung bleibt. Dieser muss allerdings vorher zweifelsfrei im scharfen Schuss ermittelt und festgehalten worden sein. Wer diesen nicht kennt, wird unter Umständen einen fatalen Fehler begehen und ein falsches Muskelgedächtnis antrainieren.

Diese Gefahr begleitet uns auch bei den anderen Varianten, welche wir an unserem Zielmedium betrachten wollen. Die Nutzung von gasbetriebenen Airsoft und C02 Trainingswaffen mit Bedienelementen und einer Haptik, die Dienstwaffen bis in das kleinste Detail gleichen, ist kein neues Phänomen. Was bei Anwendungen wie Force on Force Training kaum ins Gewicht fällt, in unserer Betrachtung jedoch an Signifikanz gewinnt, ist die Außenballistik. Der Zielkonflikt wird schnell klar. Handelsübliche Airsoftpistolen erlauben bei kleinen Trefferflächen nur kurze Distanzen. Das Projektil kann auf die geringe Entfernung allerdings nicht soweit aufsteigen, dass es den Haltepunkt realistisch abbildet. Waffen mit einstellbaren Hopup können unter Umständen das Problem etwas mindern. Das Ergebnis ist, dass über dem Ziel angehalten werden muss. Auch hier droht das Antrainieren eines falschen Muskelgedächtnises. Positiv wirkt sich die Unterbrechung durch den repetierenden Verschluss aus, welcher die erneute, visuelle Aufnahme der Visierung erzwingt und auch das eingeschränkte trainieren des Zielwechsels ermöglicht.

Fazit

Selbstverständlich ist das Zielmedium auch mit Trainingslasern oder einer Luftpistole nutzbar. Wichtig ist das Bewusstsein dafür, was man übt und warum. Die Trainingseinheit sollte mental vorbereitet werden. Dabei erzwingen die oben erwähnten Limitationen eine bewusste Berücksichtigung, sodass nicht falsche Abläufe antrainiert werden. Kurzum: Bleibt gesund und trainiert weiter fleißig, aber bedenkt die oben erwähnten Einschränkungen.

 

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Advanced Fieldsports Research Paper Nr. 4: Schwarzlose Prototyp Maschinenpistole

Text: Maxim Popenker mit Kristóf Nagy

Bilder: Mit freundlicher Genehmigung der staatlichen Universität Tula

Das Bild einer merkwürdigen Maschinenpistole, welche wie eine Miniaturausführung des Maschinengewehr 08/15 anmutet, kursiert seit Jahren durch die Fachliteratur und auch das Internet. Lange Zeit gab es nur eine undatierte Aufnahme in Form einer Seitenansicht, welche im Militärgeschichtlichen Museum der Artillerie, des Ingenieurwesens und der Nachrichtentechnik in St. Petersburg entstanden war. Dieser Waffe fehlt, wie sich herausstellen sollte, der hölzerne Vordergriff und auch der Magazinkasten an der linken Seite. Über den Konstrukteur oder Hersteller war jedoch nichts bekannt. Erst 2014 entdeckte man in der Sammlung der staatlichen Universität Tula ein Exponat, welches sich als ein weiteres Exemplar dieser Waffe entpuppte. Diese Waffe besaß einen an der linken Gehäuseseite angebrachten Munitionskasten, welcher insgesamt 10 Ladestreifen aufnahm. Diese Art der Munitionszuführung und insbesondere der Zapfen an der Unterseite des Pistolengriffs sollten der Schlüssel für die Identifizierung der Waffe werden.

 

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Advanced Fieldsports Research Paper Nr. 3: QLZ87 35mm Granatwerfer

Der chinesische QLZ87 Granatwerfer ist in unseren Breiten kaum bekannt. Fachleute beobachten die überaus leichte Plattform jedoch schon länger im syrischen Bürgerkrieg, in den Händen von African Union Mission in Somalia (AMISOM) Kräften in Ostafrika, aber auch bei den bolivianischen Streitkräften. Neben dem omnipräsenten, chinesischen Exportverbund NORINCO ist seit einigen Jahren eine weitere Quelle für diese agile Waffe in Form des sudanesischen Rüstungsverbundes Military Industry Corporation (MIC) hinzugekommen.

 

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KKMPi-69

Text und Bild: Kristóf Nagy

 

Die Verwendung von Wehrsportgewehren im Kaliber .22 lfB ist seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts keine Seltenheit. Geringe Kosten für Munition und nicht zuletzt die deutlich gesenkten Anforderungen an die Schießstätte machten die Waffen in dem kleinen Kaliber nicht nur für vormilitärische Ausbildung wertvoll. Zudem waren sie auch für die ergänzende Schießausbildung sowie in Übung Haltung von Soldaten interessant. So wurden neben dezidierten Trainingswaffen auch Kleinkaliber Wechselsysteme bzw. Einsteckläufe für Sturmgewehre entwickelt und weit verbreitet eingesetzt. Was vor dem zweiten Weltkrieg als Einzel- oder Mehrlader begann, entwickelte sich in Einzelfällen ab den 50er Jahren zu einem möglichst direkten Nachbau von militärischen Waffen, was die Handhabung und Funktion betreffen. Ein profundes Beispiel dafür ist z.B. die polnische 22. lfB Variante der PPS 43/52 Maschinenpistole.

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RT-20 20×110mm Hispano Anti Material Rifle

Text und Bild: Kristóf Nagy

 

Das 20mm Anti Material Rifle (AMR) RT-20 aus kroatischer Fertigung ist aus unterschiedlichen gründen ein Unikat. Daher wollen wir einen Blick auf diesen Entwurf werfen, dem außerhalb Kroatiens jeglicher Erfolg verwehrt blieb. Die Bezeichnung RT-20 steht für Ručni Top, zu Deutsch Handkanone. Diese Bezeichnung ist bei dem Gewicht und dem Kaliber des Systems auch durchaus zutreffend. Anfang der 1990er Jahre von METALLIC d.o.o.  in Rijeka entwickelt und anfänglich von RH Alan und heute von dem Rechtsnachfolger Agencija Alan angeboten, ist die RT-20 bis heute ein theoretisch in Fertigung befindliches Produkt.

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