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CZ BRNO Model 2/ ZKM 452 Standard

Bild: János Csomán

Text: Kristóf Nagy

Kadettengewehre zur vormilitärischen Ausbildung oder als günstiges Surrogat für die in Übung Haltung sind heute zumeist aus der Mode gekommen. Selbst Kleinkaliber Wechselsystem für Sturmgewehr werden kaum noch verwendet. Dabei sind diese oft überaus präzisen Waffe, welche eine geringe Anforderung an die Schießstätte stellen, interessante und wertvolle Helfer in der Schießausbildung. Daher wollen wir in Zukunft einige dieser Waffen und Wechselsysteme anschauen.

Den Anfang macht das CZ BRNO Model 2/ ZKM 452 Standard .22 LfB Kleinkaliber Kadettengewehr. Diese hochwertig ausgeführte Waffe mit einem Schaft aus Buchenholz begann seine Laufbahn im Jahre 1954 als Weiterentwicklung des seit 1947 gefertigten Model 1. Beide Waffen stammten vom tschechischen Konstrukteur Josef Koucký.

Die CZ BRNO Model 2/ ZKM 452 Standard weist eine hohe Fertigungsqualität mit sauberen Passungen auf.

Montageschiene mit Herstellerlogo. Dahinter ist die Entlastungsbohrung vom Verschluss erkennbar. 

 

Die 452 Standard verfügt über einen einstellbaren Abzug. Die Kimme ermöglicht die Seitenverstellung, während das von einem Tunnel umschlossen Korn in der Höhe anpassbar ist. Der Visierbereich ist in 25m schritten bis 200m wählbar. Der 630mm lange Lauf ermöglicht, bei entsprechender Munition, auch auf diese Entfernung passable Treffer. Auf dem Systemgehäuse befindet sich direkt vor dem Auswurffenster eine 11mm Schiene, welche zur Aufnahme einer Optikmontage dient. Des Weiteren ist noch anzumerken, dass der Verschluss mit doppelten, beidseitig angeordneten Auszieher ausgeführt wurde. Ansonsten ist der mit einem fünf oder zehn Patronen fassenden Magazin ausgestattete Mehrlader schlicht und funktional ausgestaltet.

Draufsicht auf den Verschluss mit Kammerstängel.

Die beidseitigen Auszieher. 

Fazit

Das ZKM 452 Standard wird seit geraumer Zeit nicht mehr gefertigt. Dennoch wird es bis heute in der ursprünglich angedachten Rolle verwendet, so z.B. bei den Kadetten aller Teilstreitkräfte in Australien. Für militärischen und polizeilichen Kleinkaliberwaffen wurde von Organisationen auch spezielle Munition spezifiziert und beschafft. Daher lohnt sich für die erweiterte Betrachtung auch ein Blick auf diesen Beitrag: D.W.M Zielmunition 5,6 mm

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Walther P38 Umbau auf Kleinkaliber Einzellader

Das Verändern oder Reparieren von Waffen im häuslichen Rahmen,  welche aus dem zweiten Weltkrieg übergeblieben sind, hat in vielen Europäischen Ländern bis heute Tradition. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Häufig wird einfach nur die Serialnummer entfernt oder die Größe der Waffe reduziert, um sie leichter verbergen zu können. Einer der häufigsten Gründe ist jedoch die Reparatur defekter Waffen oder die Adaption an neue Kaliber, um sie weiter nutzen zu können. In dem vorliegenden Fall ist zu vermuten, dass die Intention eine Mischung aus beiden Aspekten darstellte.

Seitenansicht: Beachte den gespannten Hahn.

Auf den ersten Blick ist klar, dass es sich um eine geradezu ikonische Kurzwaffe in Form der Walther P.38 handelt.  Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch zwei signifikante Auffälligkeiten. In den Lauf ist ein grob gefertigter, im Kaliber deutlich kleinerer Einsatz angepasst und der Laufhaltehebel, welcher auf der linken Seite des Rahmens vorn liegt, fehlt. Anstelle dessen klafft ein Loch. Auch der unter dem Lauf befindliche, für diesen Waffentyp so typische, Riegel fehlt. Stattdessen ist in voller Länge und über die ursprüngliche Mündung hinaus ein gezogenes Rohr eingesetzt worden. Die grobe Ausführung ist auffällig. Es handelt sich also mitnichten um einen Einstecklauf der Firma Walther für das Kaliber 4mm (M 20). Leider ist die Waffe defekt und im gespannten Zustand dauerhaft verhakt. Daher ist die überaus interessante Frage nach dem Verschluss und Ausführung des Schlagbolzens nicht zu beantworten. Das Magazin fehlt, wird aber in der aktuellen Konfiguration auch nicht benötigt, da es sich um einen Einzellader handelt. Wie das Ausziehen und Ausstoßen gelöst werden soll, ist ebenfalls unbekannt. Die Teile scheinen noch im ursprünglichen Zustand vorhanden zu sein. Das Kaliber ist ebenso ungewiss, wirkt die Mündung für .22 LfB doch etwas zu eng.

Die Mündung ist überaus grob ausgeführt

Fazit

Der desolate Zustand der Waffe erlaubt leider keine weiteren Untersuchungen. Zweifelsohne handelt es sich jedoch um eine Pistole, welche im Laufe ihres Lebenszyklus modifiziert wurde, unter anderem auch durch die grobe und sehr oberflächige Entfernung einiger Stempel. Der Grund dafür ist unbekannt. Vermutlich war die Waffe bereits defekt und die Anpassung an das einfacher zu beschaffende und billige Kleinkaliber erschien als Möglichkeit für die weitere Nutzung. Auch der Fundkontext ist sehr vage. Beschlagnahmt wurde sie an einer osteuropäischen EU Außengrenze. Interessant ist sie vor allem, da sie aufzeigt, wie lange solche Waffen, zuweilen auch stark modifiziert, relevant bleiben können und bis heute Abnehmer finden.

Quellen:

Bedienungsanleitung Selbstladepistole P 38 Kaliber 9 mm Parabellum, Carl Walther GmbH, Ulm-Donau

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KKMPi-69

Text und Bild: Kristóf Nagy

 

Die Verwendung von Wehrsportgewehren im Kaliber .22 lfB ist seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts keine Seltenheit. Geringe Kosten für Munition und nicht zuletzt die deutlich gesenkten Anforderungen an die Schießstätte machten die Waffen in dem kleinen Kaliber nicht nur für vormilitärische Ausbildung wertvoll. Zudem waren sie auch für die ergänzende Schießausbildung sowie in Übung Haltung von Soldaten interessant. So wurden neben dezidierten Trainingswaffen auch Kleinkaliber Wechselsysteme bzw. Einsteckläufe für Sturmgewehre entwickelt und weit verbreitet eingesetzt. Was vor dem zweiten Weltkrieg als Einzel- oder Mehrlader begann, entwickelte sich in Einzelfällen ab den 50er Jahren zu einem möglichst direkten Nachbau von militärischen Waffen, was die Handhabung und Funktion betreffen. Ein profundes Beispiel dafür ist z.B. die polnische 22. lfB Variante der PPS 43/52 Maschinenpistole.

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RWS .22 LfB Schrot

Bild und Text: Kristóf Nagy

Zu unserem heutigen Thema lässt sich eigentlich nicht viel sagen, außer: VORSICHT! Der Schein trügt. Findet man die Patrone ohne die Umverpackung auf, so erscheint sie dem ungeübten Auge als klassische Kartuschenmunition. Ist doch der Hülsenmund gecrimpt und kein Geschoss zu erkennen. Anstelle von einem reinen Knall oder sogar Reizstoff beherbergt dieses Laborat eine kleine Schrotladung.

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