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Übungshandgranaten des Warschauer Paktes

Bild und Text: Kristóf Nagy

Dieser Beitrag erhebt in keinster Weise den Anspruch auf Vollständigkeit. In der Tat liegt der Schwerpunkt auf den sowjetischen Übungsgranaten, welche in zahlreichen Länder auch außerhalb des Warschauer Paktes und zuweilen bis heute für die Ausbildung verwendet werden. Zudem erlaubt sich der Autor einen kleinen Exkurs zu den polnischen Ausbildungsmitteln für Handgranaten. Die tschechischen, bulgarischen und DDR Erzeugnisse jedoch fehlen vollends. Auch sind sowjetischen Panzerabwehr – Ausbildungsgranaten nicht berücksichtigt. Wer sich zudem einen Überblick über die zahlreichen Üb-Muster ungarischer Herstellung verschaffen will, dem sei zu dem Advanced Fieldsports Research Paper Nr. 2: Die Handgranate 42/48 M. geraten.

URG

Die URG (Uchebnaya Ruchnaya Granata – Ausbildungs Handgranate) diente zur Ausbildung von Nutzern an der legendären F-1 Handgranate. Handhabung und Wurf des Kampfmittels konnten dank identischer Bedienelemente, Form und Gewicht vermittelt werden. Als Zünder kam ein modifizierter UZRGM Zünder zum Einsatz. Anstelle des Zündelementes wurde im verlängerten Zünderkörper eine austauschbare Übungsladung eingesetzt, welche einen Knalleffekt und Rauchentwicklung erzeugte. Die Übungsladung ist dreiteilig aufgebaut und besteht aus einer Hülse welche eine Schwarzpulverladung und die Zündkapsel aufnimmt. Der Schlagbolzen wurde ebenfalls verlängert um die Zündkapsel erreichen zu können. Der Granatkörper hat selbstverständlich keine Füllung aus Sprengstoff, allerdings eine zusätzliche Kavität um die Lautstärke der Ladung zu erhöhen. Als farbliche Markierung verwendete man eine schwarze Lackierung, welche häufig mit einem weißen Streifen oder Kreuz ergänzt wurde.

URG mit eingesetztem Üb-Zünder.

Polnische URG: Beachte die grüne Lackierung mit weißem Streifen und den roten Streifen auf dem Üb-Zünder.

URG-N

Das N als Zusatz in der Bezeichnung steht für Nastupatelnaya, was Angriff bedeutet. Das Ausbildungsmittel bildet dabei die RGD-5 Granate ab. Der Körper wurde nicht wie bei der Gefechtsgranate aus Blech, sondern im Gussverfahren hergestellt. Als Zündern kam die ebenfalls der modifizierter UZRGM Zünder zum Einsatz. Die Granaten erhielten auch eine schwarze Färbung und weiße Markierungen. Im Gegensatz zu der URG wurde die interne Kavität so ausgeführt, dass sie als durchgehende Bohrung in Form einer Öffnung am Boden austritt. Sowohl URG als auch URG-N als auch der Zünderkörper sind wiederverwertbare Ausbildungsgranaten. Es muss nur die Übungsladung erneuert werden.

URG-N mit eingesetztem Üb-Zünder.

CRG-42

Die CRG-42 Übgranate wurde in Polen entwickelt um Handhabung und Wurf der RG-42 Angriffsgranate abzubilden. Ihre Konstruktion ist deutlich komplexer als die der bereits Ausbildungsmittel URG und URG-N. Die CRG-42 weißt einen abschraubbaren Boden und zusätzliche Öffnungen auf. So sollte der Knalleffekt, aber auch die Lebensdauer erhöht werden. Die Granaten wurden schwarz lackiert und erhielten einen roten Streifen. Der Rote Streifen dient auch zur Markierung der Üb – Zünder. Neben der CRG-42 gibt es noch eine weitere, deutlich einfacher gehaltene Ausbildungversion der RG-42 Handgranate. Diese ist mit dem deutlichen Aufdruck Treningowy – Ausbildung versehen und verwendet den gleichen Zünder.

Links CRG-42, rechts Ausbildungversion der RG-42 Handgranate aus polnischer Fertigung.

CRG-42 zerlegt ohne Zünder.

Beachte die Aufschrift Treningowy, womit die Granate als Ausbildungsmittel markiert wurde.

Quelle:

A 050/1/482 Handgranaten – Beschreibung und Nutzung, Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik – Ministerium für Nationale Verteidigung, 1980

A 250/1/107 Handgranaten der NVA, Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik – Ministerium für Nationale Verteidigung, 1967

 

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