Tag Archive Walther P38

Selbstladepistole Walther P4

Bild: Joe Gajcevic

Text: Kristóf Nagy

Die Selbstladepistole Walther P4 ist eine für den Polizeidienst konzipierte und weniger bekannte Weiterentwicklung der P38/P1 Waffenfamilie mit konstruktiven Änderungen und Verstärkungen, sowie einem gekürzten gekürztem Lauf. Sie ist keineswegs mit der zur gleichen Zeit gefertigten P38K zu verwechseln, welche einen noch kürzeren Lauf und das Korn auf dem Verschluss hatte.

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Walther P38 Umbau auf Kleinkaliber Einzellader

Das Verändern oder Reparieren von Waffen im häuslichen Rahmen,  welche aus dem zweiten Weltkrieg übergeblieben sind, hat in vielen Europäischen Ländern bis heute Tradition. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Häufig wird einfach nur die Serialnummer entfernt oder die Größe der Waffe reduziert, um sie leichter verbergen zu können. Einer der häufigsten Gründe ist jedoch die Reparatur defekter Waffen oder die Adaption an neue Kaliber, um sie weiter nutzen zu können. In dem vorliegenden Fall ist zu vermuten, dass die Intention eine Mischung aus beiden Aspekten darstellte.

Seitenansicht: Beachte den gespannten Hahn.

Auf den ersten Blick ist klar, dass es sich um eine geradezu ikonische Kurzwaffe in Form der Walther P.38 handelt.  Bei genauerer Betrachtung offenbaren sich jedoch zwei signifikante Auffälligkeiten. In den Lauf ist ein grob gefertigter, im Kaliber deutlich kleinerer Einsatz angepasst und der Laufhaltehebel, welcher auf der linken Seite des Rahmens vorn liegt, fehlt. Anstelle dessen klafft ein Loch. Auch der unter dem Lauf befindliche, für diesen Waffentyp so typische, Riegel fehlt. Stattdessen ist in voller Länge und über die ursprüngliche Mündung hinaus ein gezogenes Rohr eingesetzt worden. Die grobe Ausführung ist auffällig. Es handelt sich also mitnichten um einen Einstecklauf der Firma Walther für das Kaliber 4mm (M 20). Leider ist die Waffe defekt und im gespannten Zustand dauerhaft verhakt. Daher ist die überaus interessante Frage nach dem Verschluss und Ausführung des Schlagbolzens nicht zu beantworten. Das Magazin fehlt, wird aber in der aktuellen Konfiguration auch nicht benötigt, da es sich um einen Einzellader handelt. Wie das Ausziehen und Ausstoßen gelöst werden soll, ist ebenfalls unbekannt. Die Teile scheinen noch im ursprünglichen Zustand vorhanden zu sein. Das Kaliber ist ebenso ungewiss, wirkt die Mündung für .22 LfB doch etwas zu eng.

Die Mündung ist überaus grob ausgeführt

Fazit

Der desolate Zustand der Waffe erlaubt leider keine weiteren Untersuchungen. Zweifelsohne handelt es sich jedoch um eine Pistole, welche im Laufe ihres Lebenszyklus modifiziert wurde, unter anderem auch durch die grobe und sehr oberflächige Entfernung einiger Stempel. Der Grund dafür ist unbekannt. Vermutlich war die Waffe bereits defekt und die Anpassung an das einfacher zu beschaffende und billige Kleinkaliber erschien als Möglichkeit für die weitere Nutzung. Auch der Fundkontext ist sehr vage. Beschlagnahmt wurde sie an einer osteuropäischen EU Außengrenze. Interessant ist sie vor allem, da sie aufzeigt, wie lange solche Waffen, zuweilen auch stark modifiziert, relevant bleiben können und bis heute Abnehmer finden.

Quellen:

Bedienungsanleitung Selbstladepistole P 38 Kaliber 9 mm Parabellum, Carl Walther GmbH, Ulm-Donau

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FFV 9x19mm Patrone für Norwegen

Die vorliegende Patrone ist wegen ihrer Verpackung und Herstellungs- sowie Verwendungsgeschichte interessant. In einer früheren Fassung dieses Artikels gingen wir noch davon aus, dass es sich um eine dänische Ordonanzpatrone im Kaliber 9x19mm handelt. Der Herstellercode FFV lässt keinen Zweifel zu, die Patrone wurde bei Förenede Fabriksverken in Karlsborg, Schweden hergestellt. Der Kunde war offenkundig nicht Dänemark (oder nicht ausschließlich), sondern Norwegen. 

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